Sieben Tipps für die Reise nach Indien
1. Man sieht nur, was man weiß
Auch im Zeitalter der Fernreisen und der scheinbar geschrumpften Entfernungen bleiben selbst für Globetrotter Unterschiede in Kultur, Klima und Mentalität zwischen Ländern und Kontinenten. Genau das macht ja die Faszination fremder Länder wie Indien aus! Also informieren Sie sich! Sie werden sich selbst sicherer fühlen und man wird Ihnen um so freundlicher begegnen.
Da der indische Subkontinent größer als ganz Westeuropa ist, gilt für eine Reise dorthin das gleiche wie etwa für eine USA-Reise: Indien ist nicht gleich Indien. Indien hat 35 Unionstaaten und -territorien und umfaßt alle Klimazonen. Bestimmen Sie Ihre Reiseziele genau!
Die Medien sprechen meist nur von "Indien". Zwischen Srinagar im Norden und Trivandrum an der Südspitze des Kontinents liegen aber über 3.000 Kilometer. Zwischen Mumbai (Bombay) im Westen und Kolkata (Kalkutta) im Osten erstrecken sich über 2.900 Kilometer Land.
2. Was ist nötig, was nicht?
Bereiten Sie Ihre Reise frühzeitig vor. Informieren Sie sich beispielsweise, ob eine gesundheitliche Vorsorge überhaupt erforderlich ist. Gerade für Gruppenreisende oder etwa den typischen Badeurlaub in Goa gelten außer einem Visum keine anderen Vorkehrungen als für den Urlaub in mediterranen Regionen.
Für ein Visum nach Indien bei der indischen Botschaft in Berlin muß Ihr Reisepaß vom Zeitpunkt der geplanten Ausreise aus Indien noch weitere 6 Monate gültig sein. Ein Kinderausweis anstelle des Reisepasses muß auch bei Kindern unter 10 Jahren mit Lichtbild versehen sein. Bearbeitungszeiten bei normalen Visa liegen bei etwa 2 bis 3 Wochen. Bei persönlicher Vorsprache sinkt diese Zeit auf wenige Tage.
Mit Englisch kommen Sie im allgemeinen in ganz Indien zurecht. Nehmen Sie wichtige Adressen und Telefonnummern (evt. Botschaft, Konsulate, Ärzte und Büros Ihrer Fluglinie) im Handgepäck mit.
3. Genießen ohne Streß
Fernreisende sollten sich wenigstens in den ersten drei Tagen nach der Ankunft an ihrem Urlaubsziel ausreichend Ruhephasen gönnen. Zeitverschiebung, Anstrengungen der Anreise, klimatische Umstellungen, veränderte Ernährung, eventuelle Anpassung an Höhenluft strapazieren den Organismus. Deshalb nicht gleich am Anfang die Tage mit Ausflügen und Veranstaltungen vollpacken.
4. Richtig essen hält Leib und Seele zusammen
Zu den Faszinationen in fremden und zumal tropischen Ländern gehört natürlich auch die Küche des Landes.
Urlaubsziele wie Indien sind berühmt für ihre Spezialitäten. Lassen Sie sich trotzdem nicht von üppigen Büfetts zu einem Zuviel der verlockenden Speisen verführen. Genießen Sie die Küche, aber denken Sie daran, daß viele Zutaten, wie etwa exotische Gewürze, Ihrem Körper fremd sind. Wenn Sie unsicher sind, ob die Speisen gesundheitlich unbedenklich zubereitet wurden, lassen Sie im Zweifelsfall lieber eine Mahlzeit ausfallen.
Dazu einige Hinweise: "Cook it, peel it or leave it" ("koch es, schäl es oder vergiß es") lautet eine alte Devise für die Auswahl von Speisen in tropischen Ländern: nicht pasteurisierte Milch oder Milchprodukte (auch Speiseeis), nicht abgefüllte Getränke, ungekochte Nahrungsmittel, Obst- und Salatsorten, die sich nicht schälen lassen - oder eventuell mit unaufbereitetem Wasser gewaschen wurden, können generell ein Problem sein.
Wenn es Sie trotz aller Vorsicht einmal erwischt: In die Reiseapotheke gehören auf jeden Fall ein Mittel gegen Durchfall und Tabletten, die den Salzverlust des Körpers ausgleichen.
5. Umsichtiges Verhalten
Denken Sie beispielsweise an die Stärke der Sonne in den Tropen, am Meer und in Bergregionen (z.B. im Himalaya). Sorgen Sie für Sonnenschutz (Sonnenkosmetik, Kleidung und Kopfbedeckung). Sie wollten doch das Land und seine Schönheiten sehen und nicht Ihr Hotelzimmer mit Sonnenstich oder Sonnenbrand.
Seien Sie im Umgang mit Tieren (auch streunenden Haustieren) vorsichtiger als hierzulande. Eignen Sie sich elementares Wissen darüber an, was Ihnen begegnen kann. Vor allem für Trekkingreisende gilt das, weil Sie eher mit Insekten, Kriechtieren oder Nagern in Kontakt kommen. Tragen Sie beim Wandern auf feuchtem, sumpfigem Boden festes Schuhwerk.
Trinken Sie auch kein Wasser aus Flüssen und Seen. Trekkingreisende sollten sich daher mit im Fachhandel erhältlichen Wasserfiltern und zusätzlichen Desinfektionstabletten für die Trinkwasserbereitung ausstatten.
Bedenken Sie auch, daß Sie in feuchten Sumpfgebieten mit dem Anbruch der Dämmerung den Moskitos besonders ausgesetzt sind. Hier kann schon die entsprechende Kleidung (langärmelige Hemden und lange Hosen) Schutz bieten. Ein Moskitonetz über Ihrem Bett sorgt zusätzlich für ungestörte Nachtruhe.
6. Badevergnügen ohne Reue
Das Baden im Meer ist in aller Regel unbedenklich. An regulären Badestränden bekommen Sie außerdem zuverlässige Informationen zu Ihrer Badesicherheit (z.B. in Bezug auf Strömungen). Bitte sehen Sie aus Rücksicht auf die kulturellen Gepflogenheiten von "oben ohne" oder FKK ab.
7. Andere Länder, andere Sitten
Als Reisender aus einem durchorganisierten Land wie Deutschland wird einem in den Tropen auch eine andere Mentalität begegnen. Zur ungetrübten Freude am Urlaub gehört auch, eine andere Kultur so anzunehmen, wie sie ist. Respektieren Sie, daß Ihnen in Indien rund 5.000 Jahre kultureller Traditionen und verschiedene fremde Religionen mit ihren Bräuchen begegnen. Natürlich hat das auch Auswirkungen, die Ihnen unverständlich erscheinen können. Wenn Sie diese eigenständige Kultur akzeptieren, wird Sie die tiefe Gastfreundschaft und Herzlichkeit von Indien um so mehr begeistern.